Casalgrande Padana und Kengo Kuma erbauen die Casalgrande Ceramic Cloud

16. Januar 2016

Casalgrande Padana und Kengo Kuma erbauen die Casalgrande Ceramic Cloud

«Was meine Architektur betrifft, habe ich nicht das Bedürfnis, einzigartige Werke zu schaffen: Ich arbeite einfach und denke, dass sie verschwinden könnten. Auch wenn ich die Architektur nicht vollständig vernachlässige, glaube ich doch, dass eine Haltung, die die Anmut, den Menschen, die Umwelt und die Natur berücksichtigt, andere Ergebnisse hervorbringen kann». Kengo Kuma

50Jahre alt werden und sich leicht wie eine Wolke fühlen? Das kann vorkommen, und uns vonCasalgrande Padana ist es anlässlich der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum passiert, als wir das erste von dem japanischen Stararchitekten Kengo Kuma in Italien geschaffene Werk eingeweiht haben: ein Bauwerk, bei dem Leichtigkeit und Größe perfekt verschmolzen zu sein scheinen, um etwas ätherisches, zartes, aber auch festes und konkretes zu erschaffen. Eine ungewöhnliche und innovative dreidimensionale Struktur, die mit neuen Anwendungsgebieten von Feinsteinzeugkeramik experimentiert und deren abschließendes Ergebnis ein architektonisches Objekt von raffinierter Eleganz ist, das eine Region mit einer klaren produktiven Berufung und einer starken Bindung zur Projektkultur und Innovation symbolisch vertreten soll.

 

Vollständig aus speziellen großformatigen Platten aus Feinsteinzeug hergestellt, die mechanisch an einem gesondert dafür entworfenen Metallrahmen befestigt sind, experimentiert die Konstruktion zum ersten Mal mit der strukturellen Nutzung von Keramikmaterialien. Der dreidimensionale Organismus besteht aus neun übereinanderliegenden Ebenen aus technischen Feinsteinzeugelementen, die durch dünne, nicht sichtbare Stahlgewindestangen miteinander verbunden sind. Jede Keramikkomponente wird aus zwei Platten aus der Standardfertigung hergestellt, zwischen die spezielle Metalleinsätze zum Verbinden und Befestigen eingelegt werden, um ausreichende statische Sicherheit zu gewährleisten.

 

 

Wer die Strada Pedemontana entlangfährt, wird auf Höhe der Produktionsstätte von Casalgrande Padana dieses spektakuläre Wahrzeichen bemerken, das wie ein dünner Faden den Horizont der Landschaft von Reggio Emilia und das geschwungene Hügelland durchbricht. Dabei handelt es sich um das erste von Kengo Kuma in Italien erschaffene Werk, eine symbolische Konstruktion, die sich als „westliches Zugangstor“ zur emilianischen Keramikregion präsentiert. Entlang der perspektivischen Flucht des Straßenverlaufs positioniert, teilt die CCCloud den Raum des Kreisverkehrs vor den Industrieanlagen von Casalgrande Padana und ruht auf einem künstlichen Wasserspiegel, der den Anblick zurückwirft und vervielfacht, umgeben von weißen Kieselsteinen, die ihre Abstraktion unterstreichen. Das Bauwerk hat eine lineare Ausdehnung von 45 Metern bei einer Höhe von rund 7 Metern. Der Grundriss ist länglich, an den Enden verjüngt und erreicht im mittleren Abschnitt eine maximale Breite von einem Meter und siebzig.  

 

 

 

 

 

 

 

Das realisierte Bauwerk wurde aufgrund einer programmatischen Vereinbarung zwischen dem Unternehmen, das die finanziellen, gestalterischen und baulichen Belastungen getragen hat, und der Gemeindeverwaltung von Casalgrande, an die Gemeinde gespendet, um die italienische Landschaft um die Produktionsstätten von Casalgrande durch ein zeitgenössisches Werk hoher architektonischer und landschaftlicher Qualität aufzuwerten.

Die innovativen Aspekte des Projekts sowie die Verwendung unkonventioneller Baulösungen machte die aktive Teilnahme von Casalgrande Padana bei der Projektentwicklung und der Bauausführung in Form eines ständigen dialektischen Austauschs von Beiträgen und Wissen erforderlich. Ein interaktiver Verlauf mit einer ständigen und differenzierten instrumentellen Verifizierung, bei dem zwei Gruppen von – italienischen und japanischen – Fachleuten in ständigem Ferndialog standen. Parallel dazu entwickelten die Experten im Unternehmen zahlreiche Prototypen, die der fortschreitenden Verbesserung der verschiedenen Komponenten und der baulichen Umsetzung des Bauwerks dienten.

 

Die Zusammenarbeit mit der Universität

Neben Kengo Kuma und seinen Mitarbeitern leisteten die italienischen Universitäten und insbesondere die Professoren Alfonso Acocella von der Fakultät für Architektur an der Universität von Ferrara und Luigi Alini von der Fakultät für Architektur an der Universität von Siracusa und der Universität von Catania, die beide bereits im Vorfeld im Auftrag von Casalgrande Padana auf breiter Ebene über Keramikmaterialien forschten, einen unschätzbaren Beitrag zur Umsetzung der CCCloud. Die Universität spielte eine wichtige vermittelnde und beziehungsfördernde Rolle zwischen Bauherren, Architektenteam, Statikern und Lichtdesignern unter Leitung von Mario Nanni für Viabizzuno.

 

Kengo Kuma

Kengo Kuma wurde 1954 in Kanagawa, Japan, geboren. 1979 schloss er sein Architekturstudium an der Universität von Tokio ab. Von 1985 bis 1986 besuchte er die Columbia University als Gaststudent. 1990 gründete er das Architekturbüro Kengo Kuma & Associates in Aoyama, Tokio. Von 2001 bis 2008 war er als Forschungsmitarbeiter an der Fakultät für Wissenschaft und Technologie der Universität von Keio tätig.

2009 wurde er zum Professor an der Universität von Tokio berufen. Man kann den Geist, der seinem architektonischen Stil zugrunde liegt, mit folgendem Zitat zusammenfassen: „Ich habe nicht das Bedürfnis, einzigartige Werke zu schaffen: Ich ziehe es vor, zu arbeiten und zu denken, dass alles, was ich mache eines Tages verschwinden könnte. Auch wenn ich die Architektur nicht vollständig vernachlässige, glaube ich doch, dass eine Haltung, die die Anmut, den Menschen, die Umwelt und die Natur berücksichtigt, nur andere Ergebnisse hervorbringen kann“.

Zu seinen Hauptwerken zählen: Das Kirosan-Observatorium (1995), das Water/Glass House (1995, Auszeichnung AIA Benedictus Award), das Projekt für den Designraum im japanischen Pavillon der Biennale in Venedig (1995), das Stage in Forest-Toyoma Center for Performance Arts (1997, jährliche Auszeichnung des Instituts für Architektur in Japan), das Stone Museum (2000, internationale Auszeichnung für Steinarchitektur 2001) und das Museum Bato-Machi Hiroshige (2001, Auszeichnung Murano). Zu seinen jüngsten Werken gehören die Great Bamboo Wall (2002, Peking, China); das Kunstmuseum der Präfektur Nagasaki (2005, Nagasaki, Japan); das Ginzan Onsen Fujiya (2006, Obanazawa, Yamagata, Japan); das Kunstmuseum Suntory (2007, Tokio, Japan); The Opposite House (2008, Peking, China) und das Museum Nezu (2009, Tokio, Japan).

In Italien schuf er insbesondere den Stone Card Castle Pavillon für die Marmomacc 2007 (Verona); die persönliche Kengo Kuma Two Carps: Water/Land-Village/Urban Phenomenology für die Biennale der Architektur Barbara Capocchin, Auszeichnung 2007 (Padua). Zu den laufenden Projekten gehören der Masterplan für die Manifattura Domani in Rovereto (Trient) und der Sitz von Cavakarketa Cava dei Tirreni, während die Casalgrande Ceramic Cloud in Casalgrande (Reggio Emilia) gerade erst fertiggestellt wurde. Darüber hinaus laufen mehrere Großprojekte, darunter das Kunstzentrum in Besançon, Frankreich, das Granada Performing Arts in Spanien und der Bau des Sanlitun-Bezirks in Peking. Zu den wichtigsten internationalen Auszeichnungen von Kuma gehören der internationale Spirit of Nature Wood Architecture Award (2002, Finnland), der internationale Architekturpreis für das beste moderne globale Design des Chokkura Plaza and Shelter (2007) und die Auszeichnung Energy Performance & Architecture (2008, Frankreich).

 

Casalgrande Ceramic Cloud

Video Aterballetto. Casalgrande Ceramic Cloud

Interview with Kengo Kuma. Casalgrande Ceramic Cloud.

CCCloud di Kengo Kuma. Produzione e costruzione dell'opera


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