Eine weitere bedeutsame Zusammenarbeit zwischen Casalgrande Padana und Daniel Libeskind: die Wohnanlage Sapphire.

Eine weitere bedeutsame Zusammenarbeit zwischen Casalgrande Padana und Daniel Libeskind: die Wohnanlage Sapphire.

Ein außergewöhnliches Werk von Daniel Libeskind bereichert die Stadtlandschaft im Herzen der historischen deutschen Metropole um ein weiteres Wahrzeichen.

Die komplexe Plastizität des mit Keramikplatten aus Feinsteinzeug mit der Technologie Bios Self Cleaning von Casalgrande Padana verkleideten Gebäudes erinnert an einen Saphir: sappheiros (hellblau) im Griechischen, sappir (das Schönste) nach der hebräischen Etymologie.

 

In einem Edelstein wohnen

Zwischen den stereotypen Fassaden der Chausseestraße erscheint die neue Wohnanlage Sapphire wie eine poetische Befreiung. Es ist kein Zufall, dass Daniel Libeskind sein Werk in den Bereich der Kunst stellt und sagt: „Architektur ist nicht nur die Prosa dieser Welt. Sie ist auch ihre Poesie“.

Daniel Libeskind entwirft erneut ein Gebäude in Deutschland, dem Land, das mit Vorzeigeprojekten wie dem Jüdischen Museum in Berlin, dem Anbau des Militärhistorischen Museums in Dresden und dem Mehrzweckkomplex Kö-Bogen in Düsseldorf maßgeblich zu seinem weltweiten Ruhm beigetragen hat. Dazu die Planung und Leitung des KonzertprojektsOne Day in Life“ im vergangenen Mai: ein musikalisches Rundumerlebnis in Frankfurt am Main, bei dem 200 Musiker 24 Stunden lang in mehr als 75 Konzerten an architektonisch interessanten und historischen Orten die Stadt in einen enormen Klangraum verwandelten.

Für Sapphire wurde Libeskind eingeladen, sich mit dem Thema Wohnen auseinanderzusetzen. Dies hat er bereits anderenorts getan. In Mailand zum Beispiel mit einem großen, vielgliedrigen Gebäudekomplex im Rahmen des Projekts City Life. Dies jedoch ist sein erstes Wohnhaus in Berlin. Ein Auftrag, den er mit großem Engagement vorangetrieben hat und dessen architektonisches Ergebnis als „spektakulärund selten wie ein Juwel“ beschrieben wurde.

Das Gebäude erhebt sich an der Ecke zwischen Chausseestraße und Schwartzkopffstraße und belegt Teile des Baugrunds, auf dem früher das Wulffersche Stahlwerk stand, bevor dessen jüdische Besitzer in der Zeit des Nationalsozialismus enteignet wurden.

Wir befinden uns im Bezirk Mitte, im Herzen der pulsieren Metropole Berlin. Die radikale Metamorphose nach dem Fall der Mauer hat das Viertel zu einem der interessantesten und kulturell lebendigsten der Stadt werden lassen. Ein temperamentvoller, kreativer Stadtteil mit unzähligen Restaurants, Bars und Nachtclubs, mit Regierungsgebäuden, weltbekannten Museen, Trendboutiquen und nicht zuletzt der geschichtsträchtigen Prachtstraße Unter den Linden, die direkt zum Brandenburger Tor führt.

Das Sapphire, wörtlich „Saphir“, ist ein mehrstöckiges Gebäude mit komplexer Form, befreit von den Zwängen des kartesischen Koordinatensystems und der Vertikalität der Schwerkraft, so wie wir es von Libeskind gewohnt sind.

Ein robuster, facettierter Stein, der wie ein Saphir aus metamorphem Fels entspringt. Auch die Farbe der Keramik-Außenverkleidung aus Feinsteinzeug erinnert an den bläulichen Schimmer des Korunds.

Die geschickte Entwicklung von ungewöhnlichen Sichtachsen und Perspektiven, die Verwendung asymmetrischer Elemente, der Verzicht auf rechte Winkel, präzise abgestimmte Deckenhöhen, die Integration von Galerien an der Innenfassade sowie einzeln verstreuter Loggien, Terrassen und Balkone haben ihren Teil zum Ergebnis beigetragen.

Nicht zu vergessen die Nutzung des natürlichen Lichts als vielseitiges Designinstrument: Große Winkelfenster und schräge Wände fangen das Tageslicht ein, leiten es ins Innere und vermitteln damit ein Gefühl von beachtlichem Freiraum und Geräumigkeit.

Alle gemeinschaftlich genutzten und privaten Räume tragen die unverwechselbare Handschrift des Architekturbüros Libeskind und wurden mit besonderem Augenmerk nicht nur auf die Raumaufteilung, sondern auch auf Komfort und Energieeffizienz, Schalldämmung und Barrierefreiheit gestaltet. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Auswahl der Materialien und Oberflächen: von eigens entworfenen freistehenden oder eingebauten Küchen bis zu Badezimmern mit individueller Designbeleuchtung und Wandverkleidungen aus den charakteristischen, von Libeskind entworfenen und von Casalgrande Padana hergestellten Feinsteinzeugplatten (die auch für die eindrucksvolle Außenverkleidung verwendet wurden), vom Fußboden-Heizsystem bis zur integrierten Klimaregulierung für den Sommer.

Vor allem aber sticht die beeindruckende, Identität stiftende Außenverkleidung des Sapphire hervor. Die unvermittelte, komplexe Geometrie ist vollständig mit einer hinterlüfteten Fassade umhüllt, die mit Feinsteinzeugplatten vom Typ Fractile Bios Self-Cleaning mit dreidimensionalen Mustern verkleidet ist. Auch diese Platten wurden von Libeskind entworfen und von Casalgrande Padana exklusiv hergestellt.

 

Sapphire: das Keramikprojekt

Kreativität, Innovation, Materialqualität, herausragende Verarbeitung und die integrierte Planung von Architektur und Fassadentechnik, so ist die innovative Außenverkleidung des Sapphire entstanden.

Die kreative Zusammenarbeit zwischen Daniel Libeskind und Casalgrande Padana begann mit der Umsetzung einer Keramikfassade für die Bauten der Wohnanlage „Residenze City Life“ in Mailand. 2013 folgte die Installation „Pinnacle“, die vollständig mit innovativen dreidimensionalen Fractile-Keramikplatten verkleidet während der Cersaie - Bologna Water Design Week im Renaissancehof Cortile del Priore dell‘ex Maternità aufgestellt wurde. Ein weiterer Schritt zur Konsolidierung der Technologie war die Umsetzung der revolutionären Keramikverkleidung des „Vanke-Pavillons“ auf der Expo 2015 und nicht zuletzt die Schaffung der charakteristischen Installation „The Crown“, ebenfalls von Daniel Libeskind entworfen und mit Fractile-Platten verkleidet, die nördlich der Stadt Reggio Emilia in der Nähe der Produktionsstätten von Casalgrande Padana ihren Platz gefunden hat.

Expo 2015: Vanke-Pavillon

 

Casalgrande Ceramic Crown

Die außergewöhnliche Hülle, die die parametrischen Formen des Sapphire umhüllt, ist die unmittelbare, perfekte Fortsetzung dieses Wachsens und Experimentierens. Das Projekt setzt die Messlatte auch diesmal wieder ein Stück höher: Die Komplexität der hergestellten Keramikelemente, die Anzahl der Spezialteile, die mosaikartigen Zuschnitte und die Notwendigkeit, das dreidimensionale Relief zusammenzufügen stellen eine besondere Herausforderung dar. Hinzu kommt die aufwendige Ingenieursarbeit zur Verbindung der Keramikplatten und der Metall-Unterkonstruktion des Fassadensystems, immer mit Blick auf das figurative Ergebnis, auf das das Architekturprojekt abzielt.

Und schließlich die sorgfältige logistische Organisation der Lieferungen zwischen den Produktionsstätten von Casalgrande und der Baustelle in Berlin, bei der der Zeitplan für die Verlegung der einzelnen Platten vor Ort und der Baufortschritt aufeinander abgestimmt werden mussten. Bei all dem spielten die perfekte Koordination, die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen dem Architekturbüro Libeskind, der Bauleitung und Casalgrande Padana mit seiner spezialisierten Abteilung Padana Engineering eine entscheidende Rolle.

Von Casalgrande Padana wurden für den Bau der Fassadenverkleidung des Sapphire etwa 2600 Quadratmeter Keramikplatten aus Feinsteinzeug vom Typ Fractile in der Farbe Anthrazit metallic (Antracite Metallizzato) geliefert. Die Platten wurden mit dem System Bios Self-Cleaning Ceramics® behandelt, das als Ergebnis einer Partnerschaft zwischen Casalgrande Padana und dem japanischen Unternehmen TOTO, dem Weltmarktführer in dieser für die Fassaden-Außenverkleidung entwickelten Technologie, hervorgegangen ist.

Bei Tageslicht und unter Sonneneinstrahlung binden die HYDROTECT®-beschichteten Bios Self-Cleaning® Keramikplatten luftverschmutzende Partikel auf ihrer Oberfläche und zersetzen sie. Die extrem hydrophile Keramikoberfläche wird anschließend vom Regenwasser abgewaschen.

Von den insgesamt 3600 gelieferten Keramikplatten hatten lediglich 500 das Standard-Produktionsformat von 60x120 cm. Gut 3100 Platten wurden hingegen sowohl im Linearschnittverfahren als auch mit Hydrojet-Technik nach präzisen Verarbeitungsplänen aus den Konstruktionszeichnungen der Fassadenoberfläche nach Maß zugeschnitten.

Die vollständige Auslieferung hat 9 Monate Arbeit erfordert. Die Qualität des Keramikmaterials, die Präzision bei der Verarbeitung und die maßgefertigten Elemente haben es in Verbindung mit der akkuraten Planung zur Umsetzung des Fassadenbaus ermöglicht, die Installation der gesamten Verkleidung in nur vier Monaten fertigzustellen.

Anhand der mit insgesamt 1500 Quadratmetern Fractile-Fliesen in Metallic-Optik (Fractile Metallizzato) verkleideten Keramikoberflächen in den Badezimmern der Wohneinheiten werden Kontinuität und Einheit der Materie zwischen Innen- und Außenbereich wie in einer Art filmischer Sequenz durch die harmonische Auswahl der Platten unterstrichen.

Im Einzelnen wurden Keramikplatten in 3 unterschiedlichen Farbtönen hergestellt: Silver Grey, Gold und Copper, sowohl in der dreidimensionalen als auch in der flachen Ausführung. Die Reliefplatten der Größe 60x120 wurden ausschließlich für die Wandverkleidungen verwendet, während die Variante mit Oberflächenmuster sowohl als Wandverkleidung (Größe 60x120) als auch für die Fußböden sowie im modularen Format 30x60 für die Wandverkleidung verwendet wurde.

 

Wir haben Daniel Libeskind getroffen und präsentieren Ihnen einen Auszug aus unserem Interview.

Vor einigen Jahren haben Sie eine Zusammenarbeit mit Casalgrande Padana für das Projekt Fractile begonnen. Der interessante Aspekt Ihrer Arbeit ist die originelle Art und Weise, mit der Sie nicht nur das Aussehen der Keramikfliesen, sondern auch den Einsatz und den symbolischen Wert der architektonischen Verkleidungen erforscht haben. Sapphire, der Vanke-Pavillon auf der Expo 2015 und die legendäre The Crown sind dafür perfekte Beispiele. Was können Sie uns über diesen Aspekt Ihrer Forschung sagen?

aniel Libeskind – Architekten müssen auch in Zukunft eine kreative und offene Haltung beim Einsatz von Materialien einnehmen. Der Vanke-Pavillon zum Beispiel war ein temporärer Pavillon und ermöglichte es uns, zu experimentieren und neue Gestaltungsmöglichkeiten zu finden. Die Kernaussage der Architektur findet ihren Ausdruck in Experimenten und Innovationen, und jeder Aspekt des Pavillons, von der Form über die Materialien bis hin zur Technologie, beleuchtet diese Beziehung. Die Fliesen sind stabil und widerstandsfähig und haben innovative ökologische Eigenschaften, mit denen durch die Freisetzung von Sauerstoff ein Selbstreinigungseffekt erzielt wird. Ich habe mich für diese Fliesen entschieden, weil sich mit ihnen am besten das Schuppenmuster der Fassade realisieren ließ. Darüber hinaus entsprachen ihre innovativen und nachhaltigen Eigenschaften den Werten von Vanke und denen der Weltausstellung.

Sie haben keramische Oberflächen vielfach genutzt, sowohl im CityLife-Projekt für Mailand als auch im Sapphire-Projekt in Berlin. Was sind die entscheidenden Aspekte der Zusammenarbeit mit Casalgrande Padana?

D.L. – Es ist immer eine Ehre, mit Casalgrande Padana zusammenzuarbeiten. Es ist ein von großer italienischer Exzellenz geprägtes Unternehmen, das sich in der Branche durch seinen visionären Geist auszeichnet.

Wir haben Jochen Klein, Projektleiter von Sapphire, ein paar Fragen zum Bau des Gebäudes gestellt. Jochen arbeitet seit 2000 mit Daniel Libeskind zusammen.

Was sind die Schlüsselaspekte des Sapphire-Projekts?

Jochen Klein – Im Gebäude haben wir verschiedene, intelligente Technologien eingesetzt. Aber wenn man sich das Gebäude ansieht, fällt einem die Fliese auf, die in Zusammenarbeit mit einer der ältesten italienischen Firmen, Casagrande Padana, hergestellt wurden. Es handelt sich um eine neuartige, noch nie zuvor produzierte Fliese, die vollständig ökologisch nachhaltig ist. Sie kann den CO2-Fußabdruck des Gebäudes kompensieren. Gerade so, als ob es auf dem Dach oder direkt im Haus Bäume gäbe. Das Besondere an diesem neuen Material ist nicht nur sein selbstreinigenderMechanismus, sondern auch seine Fähigkeit, bei der Umwandlung von Kohlendioxid Sauerstoff zuproduzieren. Es ist eine sehr robuste Fliese, die sich von den älteren Modellen unterscheidet. Außerdem ist sie hell und fühlt sich weich an. Es handelt sich nicht um ein kaltes, in einer Fabrik hergestelltes Material.

Wie kamen Sie auf die Idee, eine Verkleidung aus Keramikfliesen zu gestalten?

J.K. – Dieses Material hat verschiedene Vorzüge. Es ist stabil, widerstandsfähig und bei unterschiedlichsten Wetter- und Lichtverhältnissen schön anzusehen. Darüber hinaus leistet es auch einen Beitrag für die Umwelt. Und es tut etwas für die Menschen, weil es eben kein industriell gefertigtes Produkt ist, sondern individuell gestaltet wird. Dieses Merkmal gibt ihm eine menschliche Dimension, die wir an traditionellen Gebäuden so sehr lieben.

Wie war die Zusammenarbeit mit Casalgrande Padana bei einem so komplexen Projekt und während der Baustellenbetreuung?

J.K. – Das Team von Casalgrande Padana erwies sich als wahrer Partner. Die gemeinsame Entwicklung dieses Produkts und seine Verwendung für Sapphire war ein außergewöhnliches Erlebnis. Das Architekturbüro testete die Fliese bereits beim Vanke-Pavillon auf der Mailänder Expo 2015. Heute ist sie in Berlin und strahlt in dieser Ecke der Stadt neues Licht und Energie aus.

Für weitere Informationen zu den Interviews mit Daniel Libeskind und Jochen Klein klicken Sie bitte hier.

Die Zusammenarbeit zwischen Daniel Libeskind und Casalgrande Padana hat beide Seiten um bedeutende kreative und technologisch-innovative Erfahrungen bereichert. Der Erkenntnisgewinn und der Wissenszuwachs eröffnen neue Perspektiven und innovative Ausdrucksformen für die Architektur von Keramikfassaden.

Eine beeindruckende und besonders im Hinblick auf ihre Ausführung anspruchsvolle Aufgabe, die entscheidend dazu beiträgt, Sapphire zu einem einzigartigen Werk zu machen, in dem Design- und Produktionskultur auf höchstem Niveau in einem Spannungsverhältnis zwischen Formensprache und funktionalen Bedürfnissen, technologischer Innovation und globaler Qualität zum Ausdruck kommen.

Flag of Germany