Filippo Taidelli – Architekt des Architekturbüros FTA in Zusammenarbeit mit Casalgrande Padana.

Filippo Taidelli – Architekt des Architekturbüros FTA in Zusammenarbeit mit Casalgrande Padana.

Der Architekt Filippo Taidelli vom Architekturbüro FTA gewinnt bei der XI. Ausgabe des Grand Prix mit dem Projekt des Kongresszentrums zusammen mit der größten Baumaßnahme auf dem Campus der Humanitas University den ersten Preis in der Kategorie „Einkaufs- und Geschäftszentren“.

Für die hinterlüftete Fassade des Kongresszentrums wurde die Farbe Botticino aus der Kollektion Marte im Format 60x120 cm verwendet, während für den Campus der Humanitas University die Farben Dragon Beige und Dragon Brown aus der Kollektion Amazzonia und die Farbe Porto Cervo aus der Kollektion Pietre di Sardegna jeweils im Format 45x90 cm gewählt wurden.

 

Fassade des Kongresszentrums                                                                 Foto: Andrea Martidonna

 

Fassade des Campus der Humanitas University                                         Foto: Andrea Martidonna

 

Beide Projekte stehen für eine ausgesprochen feinfühlige Gestaltung, bei der die Qualität der          Räumlichkeiten und Oberflächen der Wandverkleidungen aufeinander abgestimmt ist. Dies wird auch anhand der für die hinterlüfteten Fassaden gewählten verschiedenen Erdtöne deutlich, die für einen Kontrast unter ihnen sorgen.

Für die Innenräume des Kongresszentrums wählte der Architekt Taidelli die Farbe Dark Ivory aus der Kollektion Architecture und die Farbe Bianco (im Finish Roccia) aus der Kollektion Technic, während für den Campus der Humanitas University die Farbe Chalon Grey aus der Kollektion Chalon in den Formaten 30x60 cm und 60x60 cm sowie die Farben Nebraska und Nevada (im Finish Reticolo) aus der Kollektion Technic jeweils im Format 20x20 cm zum Einsatz kamen.

 

Innenräume des Kongresszentrums                                                               Foto: Andrea Martidonna

 

Innenräume des Campus der Humanitas University                                       Foto: Andrea Martidonna

 

Humanitas Congress Center

Der neue Eingangspavillon des Humanitas Congress Centers wurde als Erweiterung des Krankenhauspavillons um 600 m2 konzipiert, in dem sich derzeit das Kongresszentrum befindet, um im medizinischen Bereich einen separaten Zugang zu den bestehenden Konferenzräumen zu schaffen. Dieses Anliegen wurde von dem Gedanken bestimmt, die gezielte repräsentative Wirkung der neuen Umgebung mit den formalen Merkmalen des bestehenden Baukörpers zu verbinden.

 

Foto: Andrea Martidonna

Das Projekt befindet sich an der Grenze zwischen den Gemeinden Rozzano und Pieve Emanuele und ist ein Element des Übergangs zwischen der Krankenhauswelt und dem Park des neuen Universitätscampus, auf dem sich die neuen Lehr- und Forschungslaborgebäude befinden.

Die Entscheidung für das charakteristische Erscheinungsbild der neuen Eingangshalle des Kongresszentrums beruht auf einer Neuinterpretation und Aktualisierung der vor Ort vorhandenen formalen Elemente unter Berücksichtigung der an die neuen Gebäude des Humanitas University Campus gestellten Anforderungen.

Für die hinterlüftete Fassade wurden Feinsteinzeugplatten der Kollektion Marte im Format 60x120 cm in der Farbe Botticino verwendet, einem der bestehenden Fassade sehr ähnlichen Farbton, mit einer natürlichen Oberfläche, die auf einer leichten, am darunterliegenden Mauerwerk befestigten Struktur verankert sind. Im Zwischenraum zum Mauerwerk ist eine durchgehende, den gesamten Baukörper umschließende Wärmedämmung angebracht.

Die Verlegeart wurde dem Bestandsgebäude dahingehend angepasst, dass bei einer regelmäßigen Verlegung auf der kurzen Seite ein Versatz gewählt wurde, so wie auch bei der Gebäudefassade des Universitätscampus.

 

Foto: Andrea Martidonna

 

Foto: Andrea Martidonna

Der an den Krankenhauspavillon anschließende Glasbau ist ein ätherisches Gebilde, das sowohl von innen als auch von außen große Transparenz und Einsicht ermöglicht und sich nachts in eine Lichtquelle verwandelt.

Foto: Andrea Martidonna

 

Foto: Andrea Martidonna

Eine weitere Unterbrechung im Zusammenspiel der steinernen Baukörper bildet eine großformatige, nach Südosten ausgerichtete Fensterfront, die den Park des nahegelegenen Universitätscampus einrahmt und von gigantischen, der Fassade Rhythmus verleihenden Elementen beschattet wird. Mit der maximalen Verwendung von Glasflächen wird die Aufnahme von natürlichem Licht optimiert und eine Kontinuität zwischen Innen- und Außenbereichen erreicht.

 

Foto: Andrea Martidonna

Das Innere des Gebäudes ist als flexibler Raum konzipiert, an den sich Servicebereiche anschließen. Diese Aufteilung ermöglicht neben der Hauptfunktion als Foyer der Konferenzräume die Umsetzung verschiedener Raumkonfigurationen für unterschiedliche Anlässe wie Konferenzen, Präsentationen oder Feste.

Eine schallabsorbierende Wandverkleidung umschließt die dem Gebäudeeingang zugewandten Innenwände und bildet eine einheitliche Kulisse – einzig von den Glasgriffen an den Eingängen zu den Servicebereichen unterbrochen – und damit eine hohe Durchlässigkeit des Raumes, ohne den akustischen Komfort zu beeinträchtigen.

Ein uniformer Bodenbelag aus Feinsteinzeug von Casalgrande Padana in neutralen Farbtönen aus der Kollektion Chalon (Farbe Chalon Grey) bildet die Hintergrundkulisse und setzt sich als endloser Teppich auch in den Außenbereichen des Gebäudes fort.

 

Foto: Andrea Martidonna

 

Foto: Andrea Martidonna

 

Foto: Andrea Martidonna

Bei Bedarf können Veranstaltungen aus den Innenräumen auch in den Außenbereich verlagert werden, der als natürliche Erweiterung der inneren Räumlichkeiten konzipiert wurde.

Foto: Andrea Martidonna

 

Humanitas University Campus

Der Campus wurde für 1.200 Studierende aus 31 Ländern der Welt, Lehrkräfte und Forscher konzipiert und umfasst ein Simulationslabor von 2.000 Quadratmetern, das zu den größten und technologisch fortschrittlichsten in Europa gehört, hochmoderne Lehrsäle, eine digitale Bibliothek und Wohnheime.

Der Campus ist im Hinblick auf den allgemeinen Masterplan zentral gelegen, was eine hohe Flexibilität für zukünftige Erweiterungen und eine unmittelbare physische und visuelle Verbindung mit dem bestehenden Krankenhaus gewährleistet. Die Bemühung um formale Einheit mit den bestehenden Gebäuden von Humanitas verbindet sich mit dem autonomen Charakter der neuen Gebäudeteile des Campus, die die verschiedenen ihnen anvertrauten Funktionen widerspiegeln und so einen abgeschiedenen Ort umgeben von unberührter Natur bilden.

 

Foto: Andrea Martidonna

Die großformatige Gestaltung des Campus greift die Hoftypologie des Bauernhauses und den in sich geschlossenen Charakter seiner harmonisch um den Hof gruppierten Gebäude auf. Dieses Konzept wird durch die Überlagerung der Baukörper überhöht, die dem Komplex Dynamik verleiht. Der neue Innenhof wird von den Studenten als „Piazza“ erlebt und beherbergt die drei verglasten Eingänge zu den Gebäuden.

 

Foto: Andrea Martidonna

Das Projekt plant die südliche Ausdehnung der Grünflächen des Landwirtschaftsparks zwischen den neuen Gebäuden durch verschiedene einheimische Spezies und die Vermehrung sowie Intensivierung der spontanen Vegetation als Bindeglied zwischen dem Campus und den anderen Teilen des Krankenhauskomplexes. Das Projekt wurde mit besonderem Augenmerk auf Umweltfragen entwickelt, wodurch der Energieverbrauch deutlich reduziert werden konnte.

 

Die Fassaden

Das formale Prinzip des Projekts basiert auf einer Komposition von polychromen Baukörpern, die durch drei verschiedene Fassadenverkleidungen in warmen Tönen (Dragon Brown und Dragon Beige aus der Kollektion Amazzonia und Porto Cervo aus der Kollektion Pietre di Sardegna) und Materialien bestechen, die die dynamische Ausstrahlung als Ganzes betonen und den Platz in eine für die Menschen ausgewogene Beziehung setzen sowie die Fassadenfläche je nach Lichteinfall akzentuieren.

Alle Gebäude verfügen über die gleiche hinterlüftete Fassade aus Feinsteinzeugplatten von Casalgrande Padana im Format 45x90 cm, die auf einer leichten, am darunterliegenden Mauerwerk befestigten Struktur verlegt sind. Im Zwischenraum zum Mauerwerk ist eine durchgehende, den gesamten Baukörper umschließende Wärmedämmung angebracht.

Die matte Fassade wird durch weiße, asymmetrisch gefüllte Fenster und die großzügigen Glasflächen des Eingangs unterbrochen.

 

Foto: Andrea Martidonna

 

Foto: Andrea Martidonna

 

Foto: Andrea Martidonna

 

Die Innenhöfe

Das Kernelement des Hauptgebäudes bildet ein großer, mit einem Sonnenschutz überdachter Innenhof, der ausreichend Licht und frische Luft in die verschiedenen Geschosse bringt und gleichzeitig Blendungen und Überhitzungen im Garten und in den Innenräumen verhindert.

Der Innenhof erhöht wie ein Kaleidoskop die Dynamik der ihn umgebenden Geschäftigkeit und verbindet sie visuell durch große Fensterflächen, die ihrerseits einen unmittelbaren Sichtkontakt mit dem umgebenden Grün ermöglichen.

Die teilweise Transparenz der Gebäude durch die großen, dreigeschossigen Hallen, die die vertikale Hauptanordnung aufgreifen, ermöglicht eine visuelle Kontinuität sowohl horizontal zwischen Innen- und Außenbereich als auch vertikal zwischen den verschiedenen Stockwerken und Aktivitäten.

 

Foto: Andrea Martidonna

 

Foto: Andrea Martidonna

 

Innenräume

Im Gebäudeinneren zeigt sich das Zusammenspiel der Baukörper durch polychrome Flächen auf verschiedenen Etagen, die wie ein eleganter Nadelstreifen die verschiedenen Umgebungen der Universität erwärmen und charakterisieren.

Die farbige, schallabsorbierende Wandverkleidung, die nur von der Beschilderung für die Zugänge der Lehrsäle durchbrochen wird, dient in erster Linie dem Schallschutz der räumlich untergliederten Freiflächen.

Als Hintergrund der oben beschriebenen Kulissen dient ein Bodenbelag aus Feinsteinzeug in Steinoptik aus der Kollektion Chalon in der Farbe Chalon Grey, der mit einem Versatz auf der kurzen Seite verlegt wurde. Dem Naturstein nachempfunden setzt er sich wie ein endloser Teppich auch außerhalb des Gebäudes auf den Gehwegen fort.

 

Foto: Andrea Martidonna

 

Foto: Andrea Martidonna

 

Foto: Andrea Martidonna

 

Foto: Andrea Martidonna

 

Sowohl die Planung des Kongresszentrums als auch der umfassendere Eingriff auf dem Campus stehen für eine ausgesprochen feinfühlige Gestaltung, bei der die Qualität der Räumlichkeiten und Oberflächen der Wandverkleidungen aufeinander abgestimmt ist. Am deutlichsten wird dies in der Wahl der verschiedenen Erdtöne für die hinterlüfteten Fassaden der verschiedenen Gebäudeblöcke des Campus-Projekts. Mit dieser Entscheidung verbindet sich die Vorstellung eines neuen zeitgemäßen Ortes inmitten der Natur am Rande der Stadt.

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